Die EEG-Umlage sinkt erstmals seit vielen Jahren

Die EEG-Umlage sinkt erstmals seit vielen Jahren

Die EEG-Umlage sinkt erstmals seit vielen Jahren

Die Energiewende ist bekanntlich eine große Belastung für die Unternehmen und Bürger in Deutschland. Eine gute Nachricht für Verbraucher gibt es jedoch: Die EEG-Umlage, die Umlage mit der Erneuerbare Energien in Deutschland gefördert werden, sinkt 2018 erstmals seit vielen Jahren – von 6,9 ct/kWh auf 6,8 ct/kWh. Dafür verantwortlich sind steigende Preise an der Strombörse, die die Differenz zwischen dem geförderten Strompreis und dem Marktpreis reduzieren sowie ein Einmaleffekt, die derzeit hohe EEG-Rücklage aus dem Vorjahr.

Dass der Strompreis 2018 dennoch nicht sinken wird, dafür sind die Energiewende bzw. der Staat verantwortlich. Denn in Zukunft werden die Netzengelte erneut steigen. Dies liegt daran, dass das Netz stark ausgebaut werden muss, um den Strom von den Windparks im Norden zu den Verbrauchern im Süden zu bringen – eine direkte Folge der Förderung der erneuerbaren Energien. Außerdem muss deutlich häufiger regulierend in das Netz eingegriffen werden, da die Einspeisung aus Erneuerbaren starken Schwankungen unterliegt – und diese Regelenergie ist teuer.

 

Deutschland hat mit die höchsten Strompreise in Europa

Der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen liegt für die Industrie bei ca. 50% am Strompreis, für Privatverbraucher ist ein Anteil von inzwischen 55% erreicht. Darin sind die Netzentgelte, die indirekt von staatlichen Entscheidungen beeinflusst werden, noch gar nicht enthalten. Ende der 1990er Jahre lag der genannte Anteil für Haushaltskunden noch bei einem knappen Viertel, für Industriekunden bei gerade einmal 2%. Der einzige Umstand, der die Strompreise noch einigermaßen stabil hält ist, dass die Beschaffungskosten aufgrund der Entwicklung der Rohstoffpreise seit Jahren rückläufig sind. Sollten die Energierohstoffe wieder deutlich nach oben drehen, würde sich dieser dämpfende Faktor in sein Gegenteil verkehren.

Ab 2019 wird die EEG-Umlage aufgrund des Wegfalls des Einmaleffekts der Rücklage wieder deutlich steigen – voraussichtlich um ca. 10%. Weiter deutlich steigen werden auch die Netzentgelte, da die Netze, zu einem Großteil durch die Energiewende bedingt, stark ausgebaut werden müssen. Insbesondere der unterirdische Ausbau, wie er vereinzelt durchgesetzt werden konnte, geht dabei ins Geld und ist von allen Endverbrauchern zu tragen.

Weitere große Posten im Strompreis sind die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe, die aber seit Jahren stabil sind, sowie die Mehrwertsteuer, die auch auf die staatlichen Umlagen anfällt und mit dem Strompreis zusammen weiter steigt. Allein mit der EEG-Umlage wurden Verbraucher in Deutschland mit fast 25 Mrd. Euro im Jahr 2017 belastet. Dies beschert Deutschland auch den zweithöchsten Strompreis hinter Dänemark in Europa für Haushaltskunden. Damit liegt Deutschland rund 50% über dem europäischen Durchschnitt. Für Industriekunden sieht es nicht viel besser aus – hier hat Deutschland den zweit- bzw. dritthöchsten Strompreis hinter Italien und teilweise hinter dem Vereinigten Königreich. Auch hier liegt Deutschland weit über dem europäischen Durchschnitt.

 

Strompreise als große Belastung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft

Die hohen Strompreise belasten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und nehmen den Verbrauchern Mittel, die diese sinnvoll anderweitig verwenden könnten. Dabei ist die Form der Förderung der Erneuerbaren Energien in Deutschland höchst ineffizient und könnte mit anderen Mitteln weitaus kostengünstiger zu erreichen sein. Hier sollte in der Politik ein Umdenken stattfinden; Ziele der Energiewende sollten mit besseren Methoden – z.B. dem Zertifikathandel – erreicht werden. Dadurch würde auch die Belastung der Bürgerinnen und Bürger deutlich zurückgehen.